Freie Wähler Metzingen zum Haushalt 2026/27: „Mit Zuversicht und Mut – aber ohne Illusionen“

Der Doppelhaushalt 2026/27 ist nach Einschätzung der Freien Wähler Metzingen der bislang schwierigste Haushalt dieser Amtszeit. In seiner Haushaltsrede machte Fraktionsvorsitzender Stefan Köhler deutlich, dass die finanzielle Lage zwar angespannt sei, Metzingen jedoch weiterhin handlungsfähig bleibe. „Vor der Lage sein heißt agieren – nicht nur reagieren“, so Köhler in seiner Rede. „Wir können noch gestalten. Aber wir müssen Entscheidungen mit Mut treffen, weil wir die Zukunft nicht exakt kennen.“

Keine Änderungsanträge – bewusste Entscheidung

Die Freien Wähler verzichten in diesem Haushalt bewusst auf Änderungsanträge. „Keine Extrawünsche, nichts was viel Geld kostet – aber klare Programmsätze“, erklärte Köhler. „Dieser Haushalt verlangt Ernsthaftigkeit und Verantwortung, keine Symbolpolitik.“ Vier Schwerpunkte mit Handlungsbedarf: Inhaltlich benannte die FWV-Fraktion vier zentrale Themenfelder:

Wohnen & Bildung

Angesichts knappen und teuren Wohnraums fordert die Fraktion eine stärkere Aktivierung vorhandener Flächen. „Wenn der Bauturbo zünden soll, dann brauchen wir bereitstehende Grundstücke – nicht gute Absichten“, so Köhler. Bei Schulen und Kitas sieht die Fraktion die Stadt auf einem guten Weg, perspektivisch bestehe weiterer Handlungsbedarf.

Mobilität pragmatisch angehen

Beim Thema Verkehr sprach sich Köhler für konkrete und pragmatische Lösungen aus. „Nicht alles kostet Millionen. Manches braucht einfach Mut zum Test“, sagte er und verwies unter anderem auf mögliche Einbahnregelungen, autonome Kleinbusse oder effizientere Parkraumkontrollen.

Vereins- und Kulturförderung sichern

Trotz angespannter Haushaltslage lehnen die Freien Wähler Kürzungen bei Vereinen und Kultur klar ab. „Die möglichen Einsparungen sind gering – der Schaden für das gesellschaftliche Leben wäre groß“, betonte Köhler.

Wirtschaft & Digitalisierung als Chance

Mit Blick auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sprach sich die Fraktion für mehr Innovationsbereitschaft aus. „Wenn wir mit weniger Personal mehr Aufgaben bewältigen müssen, dann brauchen wir digitale Prozesse, Automatisierung und den Mut zum Ausprobieren“, so Köhler.

Einnahmeseite ehrlich diskutieren

Neben Ausgaben sprach Köhler auch mögliche Einnahmequellen an – darunter eine Beherbergungssteuer, die Grundsteuer C für baureife, unbebaute Grundstücke sowie eine mögliche Vorziehung der geplanten Gewerbesteueranpassung. „Ehrliche Politik heißt auch, über Einnahmen zu sprechen – nicht nur über Ausgaben“, erklärte er.

Fazit der Freien Wähler

„Dieser Haushalt ist kein Wohlfühlhaushalt. Er ist ein Verantwortungshaushalt“, fasste Köhler zusammen. „Metzingen bleibt handlungsfähig. Aber ohne strukturelle Verbesserungen bei der kommunalen Finanzierung wird es langfristig schwierig.“ Abschließend dankte die Fraktion dem Kämmerer Patrick Lehmann und seinem Team für die Ausarbeitung des Haushaltsentwurfs.

„Lassen Sie uns mit Zuversicht und Mut gemeinsam diesen Haushalt gestalten.“

Neujahrsempfang der Stadt Metzingen – gemeinsam ins Jahr 2026Der Doppelhaushalt 2026/27 der Stadt Metzingen gehört ohne Zweifel zu den schwierigsten Haushalten der vergangenen Jahre. Steigende Pflichtaufgaben, wachsende Umlagen und unsichere wirtschaftliche Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass die Spielräume für Kommunen immer enger werden. Auch Metzingen bildet hier keine Ausnahme.
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